Wie viel Kilogramm Möhren verkochen wir pro Jahr? Wie viel Köpfe Salat durchlaufen unsere Schüsseln? Und wie viel Kartoffeln? Kohl? Tomaten? Niemand von uns hat sich bisher die Mühe gemacht, diese Zahlen zusammen zu rechnen, eine Statistik unseres Bedarfs zu erstellen. Doch was heißt unser Bedarf?

Wir sind ein mobile Küche und wollen mit unseren Köcheleien die großen und kleinen Kämpfe und Revolutionen für eine gerechtere Welt unterstützen. Die Bewegung(en) zu stärken, ist im wortwörtlichsten Sinne unser Ziel. Doch was verbirgt sich hinter dieser Stärkung? Hinter einem Teller Gemüsepfanne beim La Via Campesina Aktionstag bei „Ton-Steine-Gärten“? Seit ein paar Jahren versuchen wir unserer Idealvorstellung und unserem Prinzip, von wegen ausschließlich Bio zu kochen und mit einer möglichst regionalen und saisonalen Küche aufzuwarten, immer gerechter zu werden.

Doch wir stoßen dabei auch immer wieder an unsere Grenzen. Gründe gibt es immer genug, warum wir manchmal doch nicht ganz konsequent Bio, doch nicht ganz konsequent regional, nicht ganz konsequent saisonal kochen. Warum wir dann doch nicht ganz oben auf unserer Prioritätenliste zu stehen haben, unser Gemüse selber anzubauen, uns Kleinstproduzenten und kollektive Strukturen in näherer und fernern Umgebung zu suchen, von denen wir Lebensmittel beziehen können. An Ideen und Wünschen mangelt es nicht. Sie kommen wellenförmig, immer wenn es mal ein wenig Muße im Food For Aktionsjahr gibt, wieder ans Tageslicht. Doch der Pragmatismus des Alltages heißt dann doch wieder allzu oft nur ‚Bestellaccount beim Biogroßhandel‘. Doch wäre es nicht ein schönes Zukunftsprojekt, unseren Bedarf zu erfassen und in eine engere Verbindung mit einem Garden vor Action zu treten? Mit dem Teller Gemüsepfanne auch immer intensiver andere Formen des Wirtschaftens und der Nahrungsmittelproduktion zu stärken? Nachhaltigere Formen des Widerstandes aufzubauen, durch eine stärkere Kooperation von Acker und Kochtopf?

Ja, wir suchen Euch utopistischen Gärtner_innen For Action, meldet Euch und auf unserer Prioritätenliste wird es ruckartige Verschiebungen geben.

(von Food For Action)