Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Kohl – so in etwa sieht das Gemüse-Repertoire aus, das uns im Winter zum Kochen zur Verfügung steht. Da ist schon Kreativität gefragt, um einen vielfältigen Menüplan zu gestalten und an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen ein bischen Abwechslung auf den Teller zu bringen. Saisonalität und Regionalität sind beim Einkauf wesentliche Eckpunkte für uns. In einer globalisierten Welt ist es natürlich auch im Winter kein Problem kistenweise frische Tomaten oder Auberginen zu beziehen, doch diesen Umgang mit Umwelt und Ressourcen wollen wir nicht unterstützen.

Auch versuchen wir unsere Anfahrtswege zu unseren Kochaktionen zu minimieren. Da wir Menschen aus ganz verschiedenen Regionen sind, ist dies durchaus möglich. Eine zentrale Küche für 500, 1000 oder mehr Leuten rechtfertigt jedoch bezogen auf Energieverbrauch und Müllproduktion fast jeden Anfahrtsweg. Berge aus Plastik- und Alu-Verpackungen können vermieden werden, da wir Großgebinde und Mehrwegteller verwenden. Oft arbeiten wir auch mit anderen Volxküchen zusammen, damit Equipment und Humanpower nicht so weit transportiert werden müssen.

Aus einer ökologischen Perspektive stellen wir uns vor jedem Kochprojekt die Frage, ob unser Einsatz im Verhältnis zu dem steht, was wir durch das Kochen erreichen können: zum Gelingen eines politischen Projektes beizutragen, indem wir einen Teil der Infrastruktur stellen.

Eine Möglichkeit Umweltbelastungen transparent zu machen ist, sie in CO2-Äquivalenten auszudrücken. CO2-Emmisions-Werte stehen mittlerweile für die unterschiedlichsten Produkte und Verhaltensweisen zur Verfügung. Wir verwenden sie als Leitfaden, um Entscheidungen zugunsten einer möglichst ökologischen Koch- und Produktionsweise zu treffen. Dabei geht es uns nicht darum Klima-Bilanzen zu benutzen, um unsere CO2-Emissionen auszugleichen und Klima-neutral zu arbeiten. Die Gefahr ist groß, auf diese Art und Weise in die Argumentationslogik und letztendlich auch in den Handel mit Verschmutzungsrechten zu geraten. Dieser Diskurs, der durch Politik und Wirtschaft geführt wird, täuscht vor, dass die Klima-Problematik auf eine ökonomische und technische Art und Weise zu lösen sei: „Die, die es sich finanziell leisten können, dürfen die Umwelt verschmutzen und Ressourcen-verschwenderisch leben“. Wir denken, dass das falsch ist; Umweltbelastungen müssen überall und durch alle verringert werden.

Was steht auf dem Menu-Plan?

Lebensmittel unterschieden sich immens in dem von ihnen verursachten CO2 -Ausstoß. Dies ist abhängig von ihrer Erzeugung und den Transportwegen.

co2-tabelle

Die weitaus schlechteste Klimabilanz haben Lebensmittel tierischer Herkunft. Um Milch, Fleisch oder Eier zu produzieren, ist im Vergleich etwa zur Produktion von Gemüse ein Vielfaches an Energie, Ackerfläche und Dünger notwendig.

Außerdem fallen durch die Verdauung der Rinder immense Mengen des Treibhausgases Methan an. Auch aus der Gülle der Tiere entweicht das Gas in die Atmosphäre. Ein Kilogramm Methan hat als Treibhausgas denselben Effekt wie 21 kg CO2. Bei der Fleischerzeugung im Allgemeinen spielt zudem die Futtermittelproduktion eine große Rolle. Häufig werden diese in Südamerika angebaut und nach Europa transportiert. Nicht berücksichtigt in der Tabelle ist die äußerst klimaschädliche Abholzung von Regenwäldern für den Futtermittelanbau. All diese Faktoren sind ein wesentlicher Grund für Le Sabot, vegan zu kochen. Eine vegane Ernährung ist insgesamt 60% weniger umweltbelastend als eine fleischhaltige Ernährungsweise.

Die Zunahme an Verarbeitungsschritten macht ein Produkt in der Regel klimaschädlicher. Frische Produkte sind deswegen besser als verarbeitete. Frische Gemüse haben eine CO2-Bilanz von 150 g pro kg, tiefgekühltes Gemüse eine Bilanz von 400 g pro kg und Gemüse aus Konserven 500 g pro kg. Bio-Produkte haben eine bessere CO2-Bilanz als konventionelle. Grund dafür ist der Verzicht auf chemische Düngemittel, deren Produktion sehr energieaufwendig ist. Neben frischen und biologischen Produkten gilt, dass wir regionale Produkte bevorzugen, da sie nicht über weite Entfernungen transportiert werden müssen.

Doch Regionalität lässt nicht zwangsläufig auf „Klimafreundlichkeit“ schließen: Im Frühjahr unterscheidet sich die Klimabilanz eines Apfels aus Deutschland, der über den Winter im Kühlhaus gelagert wurde, kaum von einem frischen Apfel aus Neuseeland, der per Schiff transportiert wurde. So stellt sich die Frage, ob es unbedingt nötig ist, außerhalb der Saison Gemüse zu essen, welches in Kühlhäusern gelagert werden muss. Und damit knüpfen wir wieder an die Tomatenfrage zu Beginn des Textes an.

CO2-Belastung berechnen

Um die CO2- Bilanz einer von uns zubereiteten Mahlzeit berechnen zu können, müssen den einzelnen Zutaten auch Gas- und Wasserverbrauch und der Transport der Küche berücksichtigt werden. Für uns ist es wichtig zu überlegen, wie wir unsern Energieverbrauch und die Umweltbelastung insgesamt verringern können. Einige Beispiele:

  • Alle unsere eigens gefertigten Töpfe haben Deckel. Kochen ohne Deckel verursacht doppelt soviel CO2 wie Kochen mit Deckel.
  • Jeder unserer Brenner hat einen Windschutz.
  • Beim Spülen des Geschirrs arbeiten wir mit einer dreiteiligen Spülstraße, dadurch wird das Spülwasser nicht so schnell dreckig und wir verringern den Wasserverbrauch der Küche.
  • Wir verwenden kaum Geräte, die Strom verbrauchen. Mit ein paar helfenden Händen kann ein 10 kg-Sack Zwiebeln auch per Hand geschnippelt werden. Als Stromquelle reicht eine Solaranlage, die wir dabei haben, aus. So entgehen wir der Atomenergie, die in den momentanen Strommixen der meisten europäischen Länder Bestandteil ist!
  • Wir bemühen uns, unseren Gasverbrauch zu verringern, indem wir jeweils nur soviel Wasser erwärmen, wie wir aktuell benötigen.
  • Zusammenfassend lässt sich sagen: Wir wollen bewusst kochen. Ökologisch, fair, vegan und ohne Ausbeutung von Mensch, Tier oder Umwelt.

    (von LeSabot)